Hospital Weilerbach

1. Übersicht Projekt US-Klinik

In der Westpfalz bei Kaiserslautern entsteht das größte Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten. Der US Kongress stellte für den Neubau in der Gemarkung Weilerbach 990 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Erster Spatenstich war am 24. Oktober 2014.

Beim Neubau müssen deutsche Rechts-, Verwaltungs- und Bauvorschriften und auch gängige US-Vorschriften für die betriebliche Zulassung als US-Militärkrankenhaus eingehalten werden. Der offizielle Name des Projekts lautet: Rhine Ordnance Barracks Medical Center Replacement (ROB MCR). Die neue Klinik soll das 1953 gebaute Hospital auf dem Kirchberg in Landstuhl sowie die Klinik der Air Force auf dem Flughafen ersetzen.


Zum US-Militärkrankenhaus gehören:

  • das medizinische Zentrum zur ambulanten klinischen Versorgung mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen,
  • das medizinische Zentrum für Diagnose und Behandlung
  • das Zentrum Bettenstation mit Normal- und Intensivstation und Küche,
  • der Bereich für das Facility Management,
  • die Klinikverwaltung,
  • zwei Parkhäuser,
  • ein Hubschraubernotlandeplatz sowie
  • Ver- und Entsorgungseinrichtungen,
  • ein Eingangskontrollpunkt und
  • der Kreisverkehrsplatz.

Die Anbindung der US-Klinik wird über die L369 erfolgen. Hierfür wird ein neuer Kreisel gebaut. Darüber hinaus wird der östliche Zugang zur Airbase Ramstein neu gestaltet. Durch den Neubau eines Eingangskontrollpunktes wird die Zufahrt zur US Klinik und zur Airbase Ramstein gemeinsam erfolgen, so sollen Rückstaus auf die L 369 vermieden werden.                                             

Gebäudeeckdaten
Ausdehnung Gebäudekomplex (Länge x Breite):ca. 600 m x 300 m
Gesamtgebäudefläche mit Parkhaus: ca. 190.000 m2
Untersuchungsräume:120
Operationssäle:9
Bettenanzahl:68 (erweiterbar auf 93)
Anzahl Räume gesamt:4.680
Termine
Planungsbeginn:Mai 2011
Baubeginn (Auftragserteilung an GU-Klinik):1. Quartal 2018
Projektfertigstellung:Ziel Ende 2022
Kosten
Klinikbau:460 Millionen Euro
Infrastruktur:175,6 Millionen Euro
Beteiligung des Bundes an den Planungskosten:151 Millionen Euro
Bereitgestellte Mittel durch den Kongress:990 Millionen Dollar

 

 

2. Ersatz für Klinik in Landstuhl

In der Kaiserslautern Military Community leben etwa 50 000 Amerikaner. Die zentrale medizinische Anlaufstelle für US-Militärs und deren Familien in Europa, im Nahen Osten und Afrika befindet sich gegenwärtig noch in Landstuhl. Das 1953 auf dem Kirchberg in Landstuhl erbaute Hospital ist in die Jahre gekommen, es fehlt an Erweiterungsmöglichkeiten, zahlreiche Anbauten führten zu langen Wegen durch viele Flure. Der Neubau soll die Landstuhler Klinik und die Klinik der Air Force auf der Airbase Ramstein ersetzen. Erwünscht sind Synergieeffekte wie gemeinsame Nutzung von Laboren, Apotheke, Materiallager, Großgeräteeinsatz wie MRT, CT,  Hochvolt-Therapie und Röntgengeräte. Bei der Standortwahl spielten auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Verwundete Militärangehörige landen in einem militärischen Transportflugzeug auf dem Flugplatz Ramstein. Von dort werden sie in Ambulanzfahrzeugen über öffentliche Straßen in die US-Klinik gebracht. Die Wegstrecke von der Landebahn nach Landstuhl beträgt 13 Kilometer und erfolgt über öffentliche und ungesicherte Straßen.
Die Ramstein Air Base ist ein Militärflugplatz der United States Air Force, auf dem unter anderem das Hauptquartier der United States Air Forces in Europe - Air Forces Africa - sowie das Hauptquartier des Allied Air Command Ramstein, einer NATO-Kommandobehörde zur Führung von Luftstreitkräften, angesiedelt sind. Der Militärflugplatz liegt südöstlich von Ramstein- Miesenbach, rund zehn Kilometer westlich von Kaiserslautern, und ist die größte Einrichtung der US Air Force in Europa.

3. Bund und US ziehen an einem Strang

Entsprechend der zwischenstaatlichen Vereinbarungen wird der Neubau durch den Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), für die US-Streitkräfte geplant und errichtet. Für das Vorhaben ist das Amt für Bundesbau (ABB) im Rahmen der Organanleihe verantwortlich, es führt die Fachaufsicht. Hierzu wurde eine eigene Außenstelle in Landstuhl gegründet. Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) wurde mit der Ausführung beauftragt und hat eine Niederlassung Weilerbach eingerichtet.

4. Erster Spatenstich für US-Klinikbau Weilerbach 

Bundesbauministerin Barbara Hendricks hat im Oktober 2014 mit dem ersten Spatenstich https://www.flickr.com/photos/usarmyeurope_images/sets/72157648529639127) den Baubeginn für das neue US-Militärkrankenhaus in Weilerbach markiert. Dabei hob sie die besondere Bedeutung des Projekts für die deutsch-amerikanischen Beziehungen (Link: http://www.eur.army.mil/robmcr/hervor. "Dieses Bauvorhaben demonstriert eindrucksvoll die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA", sagte sie. An der Feier nahmen außerdem der Kommandeur der US-Armee in Europa, Generalleutnant Donald M. Campbell Jr., sowie weitere Vertreter der US-Streitkräfte, des Landes Rheinland-Pfalz und des Landkreises Kaiserslautern teil.

Die Anwesenheit von US-Streitkräften seit über 60 Jahren in Deutschland habe zu einem gegenseitigen Verständnis und zu einer engen Freundschaft zwischen Deutschland und den USA beigetragen, sagte Hendricks. Die US-Streitkräfte leisteten zudem Investitionen in erheblichem Umfang. Allein bei den Bauprojekten, die von der Bundesbauverwaltung durchgeführt werden, betrugen die Investitionen in den letzten Jahren durchschnittlich 350 Millionen Euro pro Jahr. "Gerade in eher strukturschwachen Gebieten ist dies ein wichtiger Beitrag zum Erhalt auch deutscher Arbeitsplätze", sagte Hendricks. Zur Kompensation der mit dem Bau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft wird es umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen, etwa in Form von Aufforstungen, geben. Die US-Seite stellt dafür 12 Millionen Euro zur Verfügung.

5. Industry Day I und II - Partnering - Der Bund geht neue Wege

Erstmals findet im Bundeshochbau ein sogenanntes „Partnering-Verfahren“ statt. Die Erwartung des Bundesbauministeriums: Nur wenn in der Planungs- und Genehmigungsphase alles richtig läuft, können die gesteckten Qualitäts-, Kosten- und Terminziele beim Bau der US-Klinik in Weilerbach erreicht werden. Bauunternehmen sollen im Partnering-Verfahren frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden werden, um so von deren Wissen zu profitieren und gemeinsame Verantwortung für das Projekt zu erzeugen. Ziel ist Kooperation statt Konfrontation, Optimierungsvorschläge sind willkommen. Im Ergebnis soll nicht das billigste, sondern das beste Angebot ausgewählt werden. Im Herbst 2015 und im Sommer 2016 lud das BMUB in Zusammenarbeit mit dem ABB und dem LBB deshalb zu einem „Industry Day“ ein, bei dem Bauverwaltung, US-Vertreter und interessierte Firmen aus dem In- und Ausland miteinander ins Gespräch kamen. Traditionelles Grundprinzip in Deutschland ist die Trennung von Planung und Bauausführung, insbesondere im öffentlichen Hochbau. Das öffentliche Vergaberecht sieht grundsätzlich die Vergabe von Bauleistungen in Fachgewerken und als Einheitspreisvertrag mit Leistungsverzeichnis vor. Der Bauunternehmer wird üblicherweise erst eingeschaltet, wenn die Planung abgeschlossen ist. Die negative Spirale von zu knapp kalkulierten Angeboten, Bedenkenanmeldungen, Nachträgen, Gerichtsverfahren und teure Stillstandzeiten soll durch das Partnering-Prinzip außer Kraft gesetzt werden. Angestrebt ist ein nachhaltiges, langfristiges und vertrauensvolles Zusammenwirken der Partner. Das Motto lautet: „Gemeinsam sind wir stark.“Zudem werden die beteiligten Unternehmen im Vergabeverfahren aufgefordert, Optimierungsvorschläge zu erarbeiten. Dieser Ansatz wird bisher bei öffentlichen Ausschreibungen relativ selten genutzt, da die objektive Wertung dieser Vorschläge aufwändig ist. Ausgewiesenes Ziel beim Projekt Neubau des US-Klinikums Weilerbach ist es, bereits in einer frühen Phase das Innovationspotenzial der Bauindustrie einfließen zu lassen. Neben dem Neubau der US-Klinik umfasst das Projekt auch die gesamte Infrastruktur, den Bau eines Kreisels an der L 369 sowie einen neuen Eingangskontrollpunkt (Access Control Point - ACP). Diese Maßnahmen werden durch weitere Bauunternehmen vor Baubeginn der neuen Klinik bereits weitestgehend fertiggestellt. Im Herbst 2016 wurde der Teilnahmewettbewerb veröffentlicht, um Bieter oder Bietergemeinschaften als Generalunternehmer (GU) zu finden. Der Planungs- und Baubeginn ist abhängig vom Verlauf des Verfahrens. Mit der Ausführungsplanung soll unmittelbar nach Zuschlagserteilung, voraussichtlich im 1. Quartal 2018, begonnen werden. Ziel ist die Fertigstellung der Klinik bis zum 31.Dezember 2022. Der Generalplaner (GP) für die Klinik wurde im Rahmen eines separat durchgeführten Vergabeverfahrens bereits im Dezember 2015 ausgewählt.

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