Hospital Weilerbach

1. Übersicht Projekt U.S.-Klinik

In der Westpfalz bei Kaiserslautern entsteht das größte Militärhospital außerhalb der Vereinigten Staaten. Beim Neubau in der Gemarkung Weilerbach müssen deutsche Rechts-, Verwaltungs- und Bauvorschriften und auch gängige U.S.-Vorschriften für die Zulassung als U.S.-Militärkrankenhaus eingehalten werden. Der offizielle Name des Projekts lautet: Rhine Ordnance Barracks Medical Center Replacement (ROB MCR). Die neue Klinik soll das 1953 gebaute Hospital auf dem Kirchberg in Landstuhl (Landstuhl Regional Medical Center) sowie die Klinik der Air Force auf dee Air Base Ramstein ersetzen.

Das moderne Krankenhaus mit einer Fläche von mehr als 90.000 Quadratmetern wird 9 Operationssäle und 120 Untersuchungsräume aufweisen. 68 Betten sind vorgesehen, die im Bedarfsfall auf 93 Betten erweiterbar sind. Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant.


Zum U.S.-Militärkrankenhaus gehören:

  • das medizinische Zentrum zur ambulanten klinischen Versorgung mit Untersuchungs- und Behandlungsräumen,das medizinische Zentrum für Diagnose und Behandlung
  • das Zentrum Bettenstation mit Normal- und Intensivstation und Küche,
  • der Bereich für das Facility Management,
  • die Klinikverwaltung,
  • zwei Parkhäuser,
  • Ver- und Entsorgungseinrichtungen,
  • ein Eingangskontrollpunkt 
  • ein voll ausgebautes Straßennetz auf der Liegenschaft sowie
  • der Turbokreisel auf der Landesstraße L369.

Die Anbindung der U.S.-Klinik erfolgt über die L369. Hierfür wurde der neue Turbokreisel gebaut. Darüber hinaus wurde der östliche Zugang zur Air Base Ramstein neugestaltet. Durch den neu gebauten mehrspurigen Eingangskontrollpunkt erfolgt die Zufahrt zur Klinik und zur Air Base Ramstein gemeinsam. So sollen Rückstaus auf die L369 vermieden werden.       
                                      

2. Bauauftrag des Krankenhauses an Züblin und Gilbane Joint Venture vergeben

Der Vertrag zum Bau des größten U.S.-Krankenhauses außerhalb der Vereinigten Staaten ist unterzeichnet, das ROB MCR-Projekt hat damit eine entscheidende Hürde genommen: Die Bundesbauverwaltung Rheinland-Pfalz hat im Einverständnis mit dem U.S. Army Corps of Engineers, Europe District (EUD), und der U.S. Defense Health Agency (DHA) einen Bauauftrag in Höhe von 859 Millionen Euro an die Arbeitsgemeinschaft Züblin und Gilbane Joint Venture vergeben. 

Das Großprojekt wird in einem sogenannten Partnering-Verfahren realisiert. Bereits in der vertiefenden Planungsphase war die Bauwirtschaft mit eingebunden, um von deren Wissen zu profitieren und das große und komplexe Bauprojekt erfolgreich zu managen. Mit Züblin und Gilbane Joint Venture konnten leistungsstarke Partner gewonnen werden, die sowohl die deutsche als auch die U.S.-Sicht auf die Anforderungen an das Projekt mit Blick auf die Qualität, die Termine und die Kosten einbringen. Im Januar 2022 beginnt die Ausführungsplanung. Außerdem starten bauvorbereitende Maßnahmen wie die Einrichtung der Baustelle. Der Beginn des Aushubs für die Klinikgebäude ist für den Herbst 2022 geplant. Fertig soll das Gebäude im Jahr 2027 sein.

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3. Ersatz für 1953 eröffnete Klinik in Landstuhl

In der Kaiserslautern Military Community leben etwa 50 000 Amerikaner. Die zentrale medizinische Anlaufstelle für U.S.-Militärs und deren Familien in Europa, im Nahen Osten und Afrika befindet sich gegenwärtig noch in Landstuhl. Der zentrale Neubau ROB MCR lässt Synergieeffekte erwarten wie die gemeinsame Nutzung von Laboren, Apotheke, Materiallager, Großgeräteeinsatz wie MRT, CT, Hochvolt-Therapie und Röntgengeräte. Bei der Standortwahl spielten auch Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Verwundete Militärangehörige landen in einem militärischen Transportflugzeug auf Air Base Ramstein. Die Wegstrecke von der Landebahn nach Landstuhl beträgt 13 Kilometer und erfolgt über öffentliche und ungesicherte Straßen.

Die Ramstein Air Base ist ein Militärflugplatz der United States Air Force, auf dem unter anderem das Hauptquartier der United States Air Forces in Europe - Air Forces Africa - sowie das Hauptquartier des Allied Air Command Ramstein, einer NATO-Kommandobehörde zur Führung von Luftstreitkräften, angesiedelt sind. Der Militärflugplatz liegt südöstlich von Ramstein-Miesenbach, rund zehn Kilometer westlich von Kaiserslautern, und ist die größte Einrichtung der US Air Force in Europa.

4. Bund und U.S. ziehen an einem Strang

Entsprechend der zwischenstaatlichen Vereinbarungen wird der Neubau durch den Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), für die U.S.-Streitkräfte geplant und errichtet. Für das Vorhaben ist das Amt für Bundesbau (ABB) im Rahmen der Organanleihe verantwortlich, es führt die Fachaufsicht.  Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) wurde mit der Ausführung beauftragt und hat eine Niederlassung Weilerbach eingerichtet.

5. Erster Spatenstich für U.S.-Klinikbau Weilerbach 

Die damalige Bundesbauministerin Barbara Hendricks hat im Oktober 2014 mit dem ersten Spatenstich (Link: https://www.flickr.com/photos/usarmyeurope_images/sets/72157648529639127) den Baubeginn für das neue US-Militärkrankenhaus in Weilerbach markiert. Dabei hob sie die besondere Bedeutung des Projekts für die deutsch-amerikanischen Beziehungen (Link: http://www.eur.army.mil/robmcr/) hervor. "Dieses Bauvorhaben demonstriert eindrucksvoll die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den USA", sagte sie. An der Feier nahmen außerdem der Kommandeur der US-Armee in Europa, Generalleutnant Donald M. Campbell Jr., sowie weitere Vertreter der US-Streitkräfte, des Landes Rheinland-Pfalz und des Landkreises Kaiserslautern teil.

Die Anwesenheit von U.S.-Streitkräften seit über 60 Jahren in Deutschland habe zu einem gegenseitigen Verständnis und zu einer engen Freundschaft zwischen Deutschland und den USA beigetragen, sagte Hendricks. Zur Kompensation der mit dem Bau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft wird es umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen, etwa in Form von Aufforstungen, geben. Die U.S.-Seite stellt dafür 12 Millionen Euro zur Verfügung

6. Industry Day I und II - Partnering - Der Bund geht neue Wege

Erstmals findet im Bundeshochbau ein sogenanntes „Partnering-Verfahren“ statt. Die Erwartung des Bundesbauministeriums: Nur, wenn in der Planungs- und Genehmigungsphase alles richtig läuft, können die gesteckten Qualitäts-, Kosten- und Terminziele erreicht werden. Bauunternehmen sollen im Partnering-Verfahren frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden werden, um so von deren Wissen zu profitieren und gemeinsame Verantwortung für das Projekt zu erzeugen. Ziel ist Kooperation statt Konfrontation, Optimierungsvorschläge sind willkommen. Im Ergebnis soll nicht das billigste, sondern das beste Angebot ausgewählt werden. Im Herbst 2015 und im Sommer 2016 lud das Bundesministerium in Zusammenarbeit mit dem ABB und dem LBB deshalb zu einem „Industry Day“ ein, bei dem die Bundesbauverwaltung, U.S.-Vertreter und interessierte Firmen aus dem In- und Ausland miteinander ins Gespräch kamen.

Traditionelles Grundprinzip in Deutschland ist die Trennung von Planung und Bauausführung, insbesondere im öffentlichen Hochbau. Das öffentliche Vergaberecht sieht grundsätzlich die Vergabe von Bauleistungen in Fachgewerken und als Einheitspreisvertrag mit Leistungsverzeichnis vor. Der Bauunternehmer wird üblicherweise erst eingeschaltet, wenn die Planung abgeschlossen ist. Die negative Spirale von zu knapp kalkulierten Angeboten, Bedenkenanmeldungen, Nachträgen, Gerichtsverfahren und teure Stillstandzeiten soll durch das Partnering-Prinzip außer Kraft gesetzt werden. Angestrebt ist ein nachhaltiges, langfristiges und vertrauensvolles Zusammenwirken der Partner. Das Motto lautet: „Gemeinsam sind wir stark.“  

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