Sanierung Mäuseturm Bingen

 

Der Binger Mäuseturm, erbaut in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, steht als ehemaliger Wehr- und Wachturm auf der Mäuseturminsel im Rhein vor dem Binger Stadtteil Bingerbrück. Er wurde im 30-jährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstört und im Jahre 1855 im neugotischen Stil wieder aufgebaut.

Noch bis 1974 regelte die Wahrschau im Mäuseturm den Schiffsverkehr an der ‚Binger Loch‘ genannten Engstelle am Beginn des Rheinengtals bis mit der Verbreiterung der Fahrrinne diese Funktion aufgegeben wurde. Heute hat der Turm keine Funktion.

Seit 2002 ist der Mäuseturm Teil des UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Baulicher Zustand:

Bedingt durch die exponierte Lage mitten im Rhein ist der Mäuseturm extremen Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Durch Eindringen von Niederschlagswasser im Innenbereich kam es zu Feuchteschäden an Putz und Mauerwerk. Bemoosung, Risse und Abplatzungen an Putz und in den Steinen waren die Folge, was zusätzlich zu statischen Problemen führte. Im Jahr 2009 mussten Teilbereiche des Turms aufgrund von Schimmelbefunden für den Besucherverkehr gesperrt werden.

Maßnahmen:

Im Auftrag der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest wird der Binger Mäuseturm komplett saniert und restauriert. Aufgrund seines Status als Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz liegt der Focus bei dieser Maßnahme vor allem in der Erhaltung der ursprünglichen Substanz.

Hierfür wurden bereits folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Klimatechnische Untersuchung / Gutachten (Langzeitmessung)
  • Restauratorische Untersuchungen
  • Mörtel / Materialuntersuchungen (Statik)
  • Laboruntersuchungen

Die Ergebnisse der Untersuchungen bilden die Grundlage für ein Gesamtsanierungskonzept, das nun umgesetzt wird.

Neben der Natursteinsanierung und der Erneuerung der Dachabdichtung erfolgt v.a. eine statische Sicherung und Ertüchtigung des Zinnenturms.

Im Innenbereich ist der biogene Bewuchs zu entfernen und der neuzeitliche Dispersionsanstrich bis zur Kalkputzschicht abzutragen. Anschließend folgen der Innenanstrich des ganzen Turmes sowie die Restaurierung der Mäusefriese im 1.OG.

Aufgrund der unvermeidbar auftretenden Raumfeuchte werden die Räume temperiert, d.h. auf eine gewisse Sockeltemperatur gehalten. Hierfür kommt eine Hypokaustenheizung (eine Art Wandtemperierung) zum Einsatz. Dabei werden Kupferrohre unterputz verlegt, welche die Wand temperieren und gleichzeitig die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk unterbinden. Die heute im Turm vorhandenen undichten Fenster bewirken einen natürlichen Luftwechsel.

Mit der Sanierungsmaßnahme wurde bereits begonnen. Der Fertigstellungstermin ist witterungsabhängig und wird frühestens ca. Anfang Sommer 2015 prognostiziert.

Die Investitionskosten für diese Maßnahme belaufen sich auf ca. 0,52 Mio

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